11 Tagereise, 11 Übernachtungen
Der Lindauer Bote war eine geschichtliche Person, die als Bote im
Auftrag der Handelskammern der Reichsstädte zwischen Lindau und Mailand, von 1322 bis
1824 über 500 Jahre Waren, Geld, Nachrichten und auch Reisende transportierte. Noch heute
führen Nachkommen der Botenfamilie ein großes Speditionsunternehmen in Vorarlberg.
Damals dauerte die Reise 5 ½ Tage, zu Schiff von Lindau nach Fußach, zu Pferd und Wagen
durchs Rheintal und die Via Mala, beritten und mit Saumpferden oder auch zu Fuß über den
Splügenpaß, später mit der Barke über den Comersee nach Como und von dort weiter nach
Mailand. Die Route wurde wöchentlich, sommers wie winters, bewältigt. Es war ein
gefährlicher Weg durch wilde Schluchten mit hängenden Leitern, durch Schnee- und
Gerölllawinen, schmale Brücken und in den Fels gehauene Pfade. Auch heute noch geben
Landschaft und Wege eine Ahnung von den Schrecken der Alpen in jener Zeit. Coaching in
Bavaria ist das einzige Unternehmen, das all jenen eine solche Reise anbietet, die die
Begeisterung für ein derartiges Abenteuer aufbringen und so einzigartige Erlebnisse haben
werden.
Reiseplan:
Anreise nach Lindau in eigener Regie (wir empfehlen die Bahn). Auf Wunsch Übernachtung
in einem Hotel am Lindauer Hafen.
- Tag:
Am Vormittag trifft man sich vor dem Hotel zu einer geführten Besichtigung der
Inselstadt. 11.00 Uhr Empfang durch Vertreter der Stadt auf dem Alten Leuchtturm am Hafen.
12.00 Uhr Abfahrt der fünfspännigen Postkutsche vom Alten Leuchtturm. Am See entlang
über die deutsch-österreichische Grenze nach Bregenz. Durch das Rheintal auf
stillen Seitenwegen nach Feldkirch, der alten Festungsstadt an der
Liechtensteinischen Grenze. Übernachtung im liebenswürdigen Hotel "Alpenrose"
direkt in der Altstadt.
- Tag:
Morgens Gelegenheit zur individuellen Besichtigung von Feldkirch und der
darüber thronenden mächtigen Schattenburg. 11.00 Uhr Abfahrt der Postkutsche,
Grenzübergang ins Fürstentum Liechtenstein auf stillem Nebenweg (Tosters-Mauren).
Unterwegs ein Picknick oder ein kleiner Imbiß in einme Landgasthof.Am späten Nachmittag
erreichen wir Vaduz, die Hauptstadt des Fürstentums. Empfang durch Vertreter der Stadt
und des Fürstentums. Übernachtung im Hotel "Engel" im Zentrum.
- Tag:
Die Postkutsche verläßt Vaduz um 09.30 Uhr. Durch Balzers hindurch erreichen
wir die (kaum merkliche) Grenze zur Schweiz. Mittagspause in Luziesteig, einem Grenzfort
der Schweizer Armee. Nach dem Mittagessen führt der Weg durch "Heidiland", das
Land, das Johanna Spyri so eingehend in ihren Geschichten beschrieben hat. Bei Maienfeld
sehen wir die ersten Weingärten. Die Route verläuft über Jenins, Malans, Landquart und
Zizers. Gegen 18.00 Uhr erreichen Chur, die Hauptstadt des Kantons Graubünden. Wir
übernachten im Romantikhotel "Sternen" in der Altstadt.
- Tag:
Um 09.00 Uhr verläßt die Postkutsche Chur, nach einigen Kilometern auf
geschäftigen Straßen biegen wir ab, überqueren den Rhein bei Felsberg und fahren hinauf
nach Tamins mit seinem charakteristischen Kirchturm. Hinunter führt der Weg wieder über
den Rhein, der hier bei Reichenau aus dem Zusammenfluß von Vorder- und Hinterrhein
gebildet wird. Noch einen Kilometer Straßenverkehr, dann schwenken wir ab in stille
Seitenwege, den so genannten "Polenweg", den im letzten Krieg internierte
polnische Offiziere gebaut haben. Hoch über dem Rhein durch dichte Bergwälder, über
liebliche Almwiesen und an kleinen Seen vorbei führt uns dieser wunderbare Weg näher und
näher an die sich auftürmenden Berge. Seit 2000 ist der Polenweg durch
einen Erdrutsch leider immer noch unpassierbar. Wir werden also hier ein Stück
die Straße nehmen müssen. Unterhalb der Ortenburg gibts ein Picknick.
Später fahren wir bergauf durch Rodels, Pratval, Fürstenau und erreichen spätnachmittag
Thusis, den letzten Ort vor der Via Mala Schlucht. Übernachtung im Hotel "Weißes
Kreuz".
- Tag:
Abfahrt um 09.00 Uhr; ein langer Tag mit
stetem Bergan erwartet uns und die Pferde. Durch die enge dunkle Via Mala, die auch heute
noch Beklemmung auslöst, ziehen die Pferde die schwere Kutsche hinauf. Der Rhein hat sich
im Laufe von Jahrmillionen 600 m tief in eine oft nur 60 m breite Schlucht gegraben.
Zahlreiche Geschichten und Legenden ranken sich um diese Schlucht, der Postillion wird
einige davon erzählen. Nach einer Stunde verlassen wir die düstere Via Mala und gelangen
in ein liebliches Tal, das Schams. Im Dorf Andeer kehren wir im Hotel "Fravi"
ein, zur Postkutschenzeit eine berühmte Umspannstation der Fuhrwerke und Postwagen.
Mittagessen mit typisch Bündner Mahlzeiten. Zwei Stunden später durch die engen Gassen
zwischen den mit Sgrafitti verzierten Häusern hindurch über die Bärenburg hinauf in die
Rofflaschlucht. Am Gasthaus "Roffla" halten wir kurz und gehen durch einen von
Hand gehauenen kleinen Tunnel durch die Felsen unter dem Rhein hindurch. Weiter stets
steil bergauf über dem Hinterrhein. Als wir endlich die dunkle Schlucht verlassen,
erreichen wir den Sufersee, an dem entlang der weitere Weg führt. Am Abend gelangen wir
nach Splügendorf, der letzten Siedlung vor dem Splügenpaß. Wir übernachten im
historischen "Bodenhaus".
- Tag:
Wir legen einen Ruhetag ein und nutzen die Zeit zur Besichtigung der alten
Patrizierhäuser und zu Wanderungen um Splügendorf herum.
- Tag:
Am späten Vormittag windet sich die Postkutsche die Serpentinen hinauf zur
nördlichen Splügenauffahrt. Nach 2 ½ -Stunden haben wir die Paßhöhe (über 2.200 m)
erreicht. Einige Grenzformalitäten (wir reisen ja jetzt wieder in die Europäische Union
ein) vor der Einreise nach Italien. Immer wieder werden wir hier Schnee antreffen,
manchmal 3-4 m zu beiden Wällen an der Straße. War die Nordseite noch mit Alpenrosen und
Zwergwuchs bedeckt, so ist die italienische
Südseite völlig karg von der Überweidung der Schafherden mit wahllos
dahingeworfenen Felstrümmern. Nach einigen Kehren gelangen wir nach Montespluga: ein
kleiner Postgasthof ein Laden, einige Almhütten. In dieser Bergeinsamkeit werden wir die
Nacht verbringen ("Albergo Posta"). Das Abendessen gibt uns den ersten Eindruck
der excellenten italienischen Küche, die sich hier völlig unverfälscht von
touristischen Geschmäckern darbietet.

- Tag:
Vor uns liegen 1.800 m Höhenunterschied bis hinunter nach Chiavenna, der
Schlüsselstadt zu mehreren Pässen. Nach etwa 100 Serpentinen mit atemberaubenden
Ausblicken erreichen wir den kleinen Ort Pianazzo, dann tauchen wir ein ins Cardinell, in
dunkle Tunnel, enge Wege, die im Fels zu hängen scheinen, hunderte von Metern unter uns
das Silberband des Flüßchens Liro. Einige Knöchel werden weiß vom Umklammern der
Sitzlehnen. Wenn wir die abenteuerlichen Kehren des Cardinell hinter uns gebracht haben,
kommen wir nach Campodolcino, dem "süßen Feld", ein treffender Ausruck nach
all der Wildheit, die hinter uns liegt. Wie müssen (nicht nur früher) die Fuhrleute
aufgeatmet haben, wenn sie diesen kleinen Ort, vom Paß kommend, erreicht hatten. Ein
Empfang der Bürgermeister der umliegenden Orte wird uns hier wohl erwarten. Durch weitere
Tunnel kommen wir nach San Giacomo Philippi, wo wir ein kleines Mittagessen einnehmen.
Wenige Stunden später fahren wir unter Eßkastanien über die historische Brücke in die
enge Altstadt von Chiavenna und auf den Marktplatz. Wir übernachten im Hotel
"Crimea".
- Tag:
Ein Ruhetag in Chiavenna wird uns und den Pferden gut tun. Gelegenheit zur
individuellen Besichtigung des Städtchens, für einen Besuch im Palazzo Vertemate in der
Nähe eines imposanten Wasserfalls, und für die Besichtigung des Gartens der Riesen
(Giardino dei giganti).
- Tag:
08.00 Uhr Abfahrt vom Hotel "Crimea". Auf stillen Seitenwegen nach
Novate Mezzola, dann entlang des Comer Sees. Mittagspause in oder bei Colico. Weiterfahrt
durch Dorio, Dervio, Bellano nach Varenna. Hier schiffen wir uns mit dem gesamten Gespann
auf eine kleine Fähre ein und überqueren den Comer See. An der Spitze der Halbinsel, die
den Comer See vom Lecco See trennt, schiffen wir aus und haben Bellagio erreicht, den wohl
schönsten Ort am ganzen See. Empfang durch Vertreter des Ortes. Wir übernachten
in einem 4*Hotel oder gegen einen Aufpreis im 5*Grandhotel Villa Serbelloni,
seit Generationen im Besitz der Familie Bucher.
- Tag:
Ruhetag in Bellagio. Spazieren gehen, Einkaufen, Schwimmen, Boot fahren,
Entspannen, Besuch der berühmten Villengärten, auch der Villa Melzi.
- Tag:
11.00 Uhr Abfahrt der Postkutsche von Bellagio. Der enge Weg führt hoch über
dem Comer See, über den roten Dächern der Häuser, im Schatten alter Bäume, auf
endlosen Windungen. Mittagspause ist in Faggetto Lario, in einem Restaurant, das berühmt
ist für seine Fischgerichte. Nach dem Mittagessen direkt am Südufer des Sees. Hier ist
unsere Reise zu Ende. Die Weiterfahrt nach Tornio und führt durch einige dunkle
Tunnel. Gegen 16.00 Uhr erreichen wir Como, das Ziel unserer Reise. Wir steigen im Hotel
"Terminus" ab, Abends treffen wir uns natürlich noch zu einem Abschiedsessen.
- Tag:
Nach den Frühstück erfolgt die Rückfahrt in eigener Regie.
Im Preis inbegriffen:
- 12 Tagereise mit der fünfspännigen Postkutsche
- 12 Nächte unterwegs mit Frühstück
- alle Empfänge und geführte Touren gem Reiseplan; weitere gastliche Gesten sind in
Italien nie auszuschließen und auch nicht zu planen!